Karschnick, Ann-Kathrin - Die Feuerritter

Karschnick, Ann-Kathrin - Die Feuerritter

Beitragvon Stefan Jahnke » 29. Apr 2011, 21:22

Rezension

Buchtitel: Die Feuerritter – Kampf um Teinemaa
Autor: Ann-Kathrin Karschnick
Genre: Fantasy
Verlag: Papierfresserchens MTM-Verlag/TOMA-Edition
Auflage/Jahr 1. Auflage 2009
ISBN: 978-3-940367-49-5
Buch: 626 Seiten, PB, 21x14,8x4,6cm


Zum Herrschen geboren. Wer denkt nicht von sich, dass er zu viel Höherem berufen ist, als er bisher erreichen konnte? Besonders in der Politik ist heute leider dieser Irrtum, der sich nur zu bald zeigen wird, gang und gäbe.
Shin-Du, ein eingebildeter, aber auch gefährlicher Mann, will sein Recht einfordern. Er meint, dass einst, als der neue König von Teinemaa an die Macht kam, ihm die Krone, der Thron zu-gestanden hätte. Und er denkt, er kann sich ohne Probleme dunkler Mächte bedienen.
Wie dumm hat er wohl geschaut, als er merken musste, dass eben diese Mächte eher ihn be-nutzen, als umgekehrt? Wir werden es nicht erfahren. Und doch hat Ann-Kathrin Karschnick eine ganz eigene Welt geschaffen, sie mit Leben gefüllt und uns eintauchen lassen in diese Zeit, als die Menschen noch oder wieder mit Zwergen und Elfen gemeinsam leben, mit ihnen den Frieden wahren oder auch herstellen.
Lange ist es her, dass es diese Einheit gab. Schon bald nach dem Einstieg in das beeindruckende, und vor allem auch sehr dicke Buch der Autorin sehen wir es regelrecht vor uns… jenes Denkmal, das Menschen, Zwerge und Elfen einst für den lange vergessenen Friedensschluss zwischen diesen so unterschiedlichen, aber zusammen stark werdenden Rassen bauten. Als ewiges Mahnmal gegen den Kampf gegeneinander, als Hinweis darauf, dass man nur geeint eine Chance hat.
Gerade jetzt zur Weihnachtszeit hat dieses Buch, das ich sehr interessiert gelesen habe, eine ganz andere Botschaft in sich, als es Karschnick vielleicht beabsichtigte. Frieden. Wer will den nicht? Selbst der Attentäter sehnt sich danach und ist doch aller friedliebender Menschen Feind.
Karschnick beschreibt diese Welt, die eine alte verlorene Hauptstadt besitzt, die seit dem letzten Krieg vergessen ist wie alle Legenden. Der Leser wird mitgenommen zu den alten Ruinen.
Wer ist der geheimnisvolle Fremde, der einen Waisenjungen aus den dunklen Gefängnissen des Shin-Du befreit? Welcher alten Weissagung folgt er und was hat der Junge wirklich mit alledem zu tun? Was sind die Feuerritter? Ein Mythos? Konnten sie sich mit ihren Pferden zu einer fast unschlagbaren Kampfkraft verbinden, in Flammen aufgehen, Gegner das Fürchten lehren und diese alte Welt schützen? Wenn ja… warum sind sie nicht mehr da?
Ein Schwert. Ein stolzer Name wurde ihm einst vom ersten Feuerritter gegeben. Auch nur eine Legende? Eine Stadt, die aus einer Hecke besteht, die laufend wächst, aber doch allen in ihr lebenden Wesen Raum und Versteck bietet. Giganten, die den Frieden bedrohen. Ein Elf, der, ähnlich, wie in anderen in ferner Zukunft irgendwo in der Galaxis spielenden Geschichten, eher der dunklen Seite der Macht zuzuordnen ist, Kristalle, die nur bestimmte Lebewesen bei genauer Konzentration und mit Gefahr für das Leben der Nutzer zu fernen und nahen Orten bringen können. All dies beschreibt Karschnick auf spannend-unterhaltsame Weise.
Wird das Gute siegen? Kann wirklich der Glaube an längst Vergessenes so viele und doch so wenige Kämpfer auf dem Weg in die Freiheit einen, sie befähigen, sich für die Zukunft aller zu opfern? Und wieder sind da Fragen nach unserer Zeit, unserem Leben. Wer opfert sich frei-willig… seine Karriere, seine Familie, sein Leben… wenn es doch um Größeres geht?
Kann man heute überhaupt noch glauben, was man suggeriert bekommt?
Tulurin glaubt an sein Ziel. Zu lange hatte er keines. Und ihm fehlten Freunde. Plötzlich, als er sich seiner Aufgabe bewusst wird, sind fast alle um ihn herum nicht nur beeindruckt von seinem Wesen, seinen Zielen, sondern auch glücklich, ihn kennen, ihn einen Freund nennen zu dürfen.
Reicht es aber, sich nicht zu fürchten? Oder ist die Furcht gerade wichtig, um die richtigen Ent-scheidungen zu treffen?
Fragen über Fragen.
Ann-Kathrin Karschnick findet die rechten Antworten, lädt ein, auf eine interessante, spannende und unterhaltsame Reise durch ihre Welt, durch Teinemaa.
Ein Buch zum Empfehlen? Auf jeden Fall.
Ein Buch zum Entspannen? Nein, aber eines, das den Leser in seinen Bann zieht.
Ein Buch zum Nachdenken? Ja, denn es gibt Parallelen in unsere Welt. Erschreckend viele.
Ich wünsche mir, eines Tages eine Fortsetzung zu lesen.

Weitere Informationen unter www.ann-kathrinkarschnick.de und www.papierfresserchen.biz

© + ® der Rezension:
Stefan Jahnke, Dresden
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Karschnick, Ann-Kathrin - Die Feuerritter

Beitragvon Lutz Rocktäschel » 7. Mai 2011, 15:42

Rezension

Buchtitel: Die Feuerritter – Kampf um Teinemaa
Autorin: Ann-Kathrin Karschnick
Genre: Fantasy
Verlag: ToMa-Edition
Ort/Auflage/Jahr: Bodolz, 1. Auflage, 2009
Buch: 623 Seiten, Paperback, 21 x 14,8 x 4,6 cm
ISBN: 978-3-940367-49-5

Und es gibt sie doch
(Rezension von Lutz Rocktäschel)


Tulurin, Waisenkind aus Aglaár, lebt im Land Teinemaa ein fast normales Leben eines Zimmerlehrlings. Bis in diese Normalität die ganze Fantasy-Vergangenheit der letzten zweitausend Jahre hereinbricht: Elfen, Zwerge, Giganten, Uroks, Harpyrien (fliegende weibliche Ungeheuer) und manch andere Fabelwesen und wundersame Gestalten. Dabei lieferte Tulurin nur zwei Stühle an einen Kunden aus und belauschte wider Willen ein Gespräch zwischen Shin-Du, dem Stadthalter und einem merkwürdigen Wesen, das ihm helfen soll, den König zu stürzen. Es beginnt ein aufregendes Abenteuer um die Rettung von Teinemaa mit jähen Wendungen und spannenden Geschichten von Gefangenschaft und Befreiung, Sieg und Niederlage, Freund und Feind, Trauer, Kampfesmut, Verzweiflung und Erhabenheit.

Die Autorin malt eine wundersame und zugleich dramatisch an den Abgrund geratene Welt, die ihre Helden zur Rettung sucht. Tulurin erfährt, dass er ein Auserwählter sei, ein Ignisha`avor, ein Feuerritter. Als solchem kommen ihm besondere Kräfte zu, die er in seiner Reise zur Hauptstadt Morothril entdeckt. Er findet in einer Gruft das Schwert „Bran djo“ und in einer Höhle das Feuerpferd Tamina, mit der Fähigkeit zu fliegen. Ordentlich in Wut geraten, kann er nun seine Feinde in Brand setzen. Dabei verbindet ihn eine innige Beziehung zu seinem Feuerpferd, wie es sie tiefer zwischen Mensch und Tier wohl noch nicht gegeben hatte. Diese Verbindung lässt die beiden Freunde in Gedanken miteinander sprechen und, nach aufzehrendem Kampf, die Wunden schneller heilen.

Wer wünschte nicht, seine eigene fragil gewordene Welt, wie in diesem Buch, mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet, retten zu können? Das Schwert in die Hand zu nehmen, und endlich dem Spuk der Dunkelelfen á la Couleur das Handwerk zu legen – ob den Diktatoren der politischen Macht, des Geldes, des Atoms und des Öls, der Bürokratie, der falschen Titel oder der „Bunga Bunga“-Medien. Das Buch bereitet nicht nur den jungen Lesern Spaß und Mut zu Widerspruch und beherztem Eingreifen in einer Welt, die sich an den Abgrund bewegt. Vielleicht müssen wir erst wieder unsere fantastischen Mächte finden und in uns abrufen, wie der Zimmerlehrling Tulurin, der sich auf die Reise begibt, sein Land zu retten.

Ich habe diese Geschichte mit viel Spaß und Spannung gelesen. Sie ist präzise geschrieben und hat eine reiche Bildersprache. Wer seine Sinne für das Fantastische schärfen will, der liegt mit diesem Buch richtig.

:lutz: © Lutz Rocktäschel
Berlin, 26.04.2011
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