Kerawalla, Michael - Stein der Finsternis

Kerawalla, Michael - Stein der Finsternis

Beitragvon Stefan Jahnke » 29. Apr 2011, 21:34

Rezension

Buchtitel: Stein der Finsternis
Autor: Michael Kerawalla
Genre: Fantasy
Verlag: August von Goethe Literaturverlag, Frankfurt
Auflage/Jahr 1. Auflage 2006
ISBN: 978-3-8654-8609-7
Buch: 369 Seiten, PB, 21 x 14,8 x 2,2cm

Gelbe Blitze durchziehen ein wie vom Feuer erhelltes rotes Stück Himmel. Im Vordergrund steht ein, an einen auf den Kopf gestellten Sarg erinnernder, schwarzer Stein. Der Stein der Finsternis.
Das Cover verführt den Fantasyfan unweigerlich dazu, das Buch aufzuschlagen.
Nicht unsere Welt ist es, die diese Dunkelheit, das abgrundtief Böse, in seinen Bann gezogen zu haben scheint. Michael Kerawalla nimmt uns mit nach Wuun, einen Planeten fern von hier, aber doch in vielen Dingen gleich unserer Umgebung.
Verschiedene Rassen leben auf Wuun friedlich beieinander, miteinander, sind aufeinander angewiesen. Alle erfreuen sich am Tage der hellen Sonne, in der Nacht der vier Monde, die die Welt seit ewigen Zeiten bewachen, wie die Hüter des Lichts das Gute dieser Welt.
Im Haupttempel schwebt er auf einem Plateau, der Sonnenstein. Doch wie alles auch in unserer Welt, ist die Macht der Sonne, die ihn speist, irgendwann dem Ende nahe. Ein Stern vergeht langsam. Und da Wuun die Liebe, den Frieden aus der durch den Sonnenstein gebündelten Kraft des vergehenden Sternes bezieht, ist nun genau diese heile Welt in Gefahr.
Kerawalla nimmt den Leser mit in eine Traumwelt, erinnert uns an Tage der Kindheit, der Märchen. Magier, Hüter, Drachen, Monster, kleine und große, fliegende und kriechende, sichtbare und unsichtbare Wesen gibt es, die vielleicht auch durch die Kraft des Bösen, den Stein der Finsternis, der langsam die Macht auf Wuun an sich reißt, erschaffen oder verändert wurden.
Zwei kleine Velben, menschenähnliche Wesen mit uns bekannten Gefühlen und Begehrlichkeiten, sollen, einer alten Prophezeiung zufolge, die alles zerstörenden dunklen Mächte für immer besiegen. Aber sie sind doch schwach, vergänglich, keine Kämpfer. Wie soll das gehen? Und gibt es denn in der Zeit der Dunkelheit überhaupt noch Überlebende dieser Rasse?
Erinnert wird der Leser durch Kerawalla an die biblische Geschichte, als Herodes alle Kinder in Betlehem ermorden ließ, nur aus Angst vor einem prophezeiten König der Juden.
Gibt es Parallelen? Zumindest kann man das vermuten.
Kerawallas Erzählstil ist interessant, nimmt den Leser nicht nur mit auf eine Reise voller Gefahren, auf steile Berge, unendliche Wälder, leuchtende Sümpfe, eisige Höhlen, tiefe Schluchten, zu den sonderlichen lieben und bösen Wesen in der aus dem Tempel entstandenen Schwarzen Burg, sondern lässt die Landschaft, die Personen, die Handlung förmlich spüren. Man meint, dabei zu sein, sich im Kampfe ducken zu müssen, die Wirkung der Kräuter oder Getränke zu spüren oder in der Luft jeden Moment von einem der fliegenden Wesen fallen zu können.
Der ewige Kampf des Guten gegen das Böse erlebt mit Kerawallas Buch keine langweilige neue Auflage, sondern tritt in eine neue Dimension. Es fällt schwer, das Buch aus der Hand zu legen, ohne es bis zur letzten Seite gelesen zu haben. Danach bleiben Fragen: Wie geht es weiter auf Wuun, welche Gefahren lauern noch in einer Welt, die während der Lektüre ans Herz wächst?
Ein Buch für einen langen Lesegenuss? Nein, denn man wird schneller lesen, ist zu fasziniert vom Inhalt, will das Ende erfahren. Gut, vielleicht liest man es gleich noch einmal?
Ein Buch mit viel Spannung? Ja, denn waghalsige, manchmal unerhörte und doch liebenswerte Wendungen sind mitzuerleben. Die Velben Keh und Hri müssen Gefahren bestehen und ihre Aufgabe lösen, werden dabei natürlich durch die dunklen Mächte arg behindert.
Ein Buch, das man gelesen haben muss? Ja, denn sonst erfährt man nichts von Wuun, dessen schöner Natur und seinen so unterschiedlichen Bewohnern.
Ein Buch, zu dem es eine Fortsetzung geben sollte? Unbedingt.
Ein Buch zum Weiterempfehlen? Uneingeschränkt ja. Gleichermaßen interessant für den eingefleischten Fantasyfan, wie auch für den Einsteiger in dieses Literaturgenre.
Werden die Velben trotz aller Gefahren ihre so schwere Aufgabe erfüllen können? Auf wen können sie sich verlassen, wer ist ihr Feind? Geht Wuun unter oder bekommt der Planet, diese wunderbare Welt, eine zweite Chance? Kerawallas Buch ‚Stein der Finsternis’ gibt die Antwort.

Weitere Informationen finden Sie unter der Autorenhomepage www.mkerawalla.de.

© + ® der Rezension:
Stefan Jahnke, Dresden
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