Roberts, Aileen P. - Thondras Kinder - Am Ende der Zeit

Roberts, Aileen P. - Thondras Kinder - Am Ende der Zeit

Beitragvon Stefan Jahnke » 29. Apr 2011, 22:36

Rezension

Buchtitel: Thondras Kinder – Am Ende der Zeit
Autor: Aileen P. Roberts
Genre: Fantasy
Verlag: Wilhelm Goldmann Verlag München, Verlagsgruppe Random House GmbH
Auflage/Jahr 1. Auflage 2009
ISBN: 978-3-442-47143-0


Was ist nur aus der schönen und weitestgehend friedlichen Welt aus Band Eins der Saga um Thondras Kinder geworden? Gerade noch denke ich, dass ein zweiter Teil nie so gut sein kann wie der erste, da bin ich schon wieder mitten drin, gefangen in einer fesselnden und auch düsteren Geschichte um die Sieben, die Thondra für die Rettung der Welt auserwählte.
Aileen P. Roberts hatte am Ende des ersten Teiles viel Spannung aufgebaut, die sich nun entladen muss. Die Landstriche zwischen Gronsdale und Camasann leiden. Zu zeitig und zu unbedacht begab sich König Greedeon unter den angeblichen Schutz des ewig Bösen, verkörpert durch den Herrscher von Ursann, König Scurr. Nun auf die Macht und die Hilfe der Sieben zu vertrauen, das ist einfältig und dumm. Blut und Feuer, das ist es, was nun in all den Ländern herrscht. Die Hälfte der Welt Thondras brennt und ist unbewohnbar.
Und die Sieben? Sie sammeln sich. Ariac weiß, dass er allein Scurr, und damit das Böse, besiegen kann und muss. Doch dafür soll er mithilfe des Elfenkönigs sein magisches Schwert weihen lassen. Er denkt, dass er dies nur allein, ohne seine Verlobte Rijana und die restlichen der Sieben tun muss. Aber er weiß, dass Rijana ihn nicht allein ziehen lassen wird. So spielt er ihr vor, sie nicht mehr zu lieben. Eine Entscheidung mit verhängnisvollen Folgen.
Aileen P. Roberts lässt den Leser teilhaben an einem ‚Ehekrach’, wie er auch zwischen Hamburg und München stattfinden könnte. Mit genau dem Ergebnis, das auch wir immer wieder erleben. Missverständnisse am laufenden Band bis hin zur Trotzheirat Rijanas mit Falkann. Wird dadurch die einzigartige Gemeinschaft, die Kraft, die Thondra den Sieben verlieh, zerstört und das Gute für immer begraben? Eine Weile sieht es auch nach Rückkehr von Ariac so aus. Zu groß scheinen der Schmerz, das Misstrauen und die Wut über das Gewesene.
Doch noch mehr überschattet die Reise der Kinder des Gottes Thondra. Bei einem fast als Routine in dieser Welt von Aileen P. Roberts anzusehenden Einsatz sterben zwei der Sieben. Damit, das muss auch Zauberer Brogan einsehen, ist ein Sieg über Scurr und seine finsteren Ge-stalten kaum mehr möglich. Alles ist in Gefahr und die Natur wehrt sich gegen die Menschen. Sie zeigt allen, dass sie niemanden braucht, besonders aber eben keine sich so bekriegende Art, die sie doch nur in Gefahr und aus dem Jahrtausende alten Gleichgewicht bringt. Nur die, die ihr nahe stehen, erkennen dies und sind wirklich besorgt.
Aileen P. Roberts Geschick, Spannung, Fantasy und Alltägliches so miteinander zu verbinden, dass man meint, selbst dabei zu sein oder aber eine Geschichte unserer Zeit zu lesen, birgt natür-lich auch die Gefahr, alles in unserer Welt, die im Entferntesten sicher Pate für diese Geschichte stehen musste, dem Zufall überlassen zu wollen. Doch gerade die Ausweglosigkeit, in die nicht nur die Sieben, sondern auch ihre Freunde, die Elfen, die Zwerge, Finstergnome und Waldlinge, aber auch die Menschen der Steppe und der einzelnen Reiche Thondras Welt fallen, sie stärkt nicht nur die Helden, sondern auch den Leser. Fast nebenbei erfahren wir, dass man sich auch manchmal von den Verwandten trennen muss, wenn man entweder ihre Ignoranz, wie im Falle der Eltern Rijanas, oder ihren Neid, wie bei Falkanns Bruder Hyldor, nicht mehr ertragen kann. Dem gegenüber stellt Roberts geschickt das Opfer der Alten für die Jungen, wie das des Elfen-königs Thalien für das Leben Ariacs.
Eine spannende Geschichte um Kampf für Freiheit und Zukunft, Gewalt der Versuchung, Kraft der Liebe, nicht änderbare Vorsehung und Hilfe, Ablehnung und Hass hat einen würdigen Ab-schluss erhalten. Die Orks mit ihrer dummen Stärke können auch dem durchtriebensten Herrscher des Bösen nicht helfen. Zweifler erkennen, dass man etwas tun muss, wenn man frei leben will. Aber reicht die Stärke von sieben mit magischen Schwertern ausgestatteten jungen Menschen aus, eine so dem Ende zustrebende Welt zu retten?
Das Vergnügen, Geschichten von Aileen P. Roberts zu lesen, wird durch diesen Roman noch einmal gesteigert. Schon der Blick aufs Cover, welches Mystik, Fremde und doch auch Vertrautes offenbart, macht Lust auf mehr Fantasy von ihr.
Begleiten Sie Ariac, Rijana und all die Anderen zum Ziel ihrer Reise durch eine Welt, in der scheinbar niemand mehr an das Gute glauben will, Verrat und Zerstörung den Alltag bestimmen und zu der es auch in unseren Tagen viele Parallelen gibt… obwohl sie uns doch so fern ist.
Gelungenes Lesevergnügen für Jung und Alt.

Weitere Informationen unter www.aileen-p-roberts.de und www.goldmann.de

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Stefan Jahnke, Dresden
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