Roberts, Aileen P. - Thondras Kinder - Zeit der Sieben

Roberts, Aileen P. - Thondras Kinder - Zeit der Sieben

Beitragvon Stefan Jahnke » 29. Apr 2011, 22:38

Rezension

Buchtitel: Thondras Kinder – Die Zeit der Sieben
Autor: Aileen P. Roberts
Genre: Fantasy
Verlag: Wilhelm Goldmann Verlag München, Verlagsgruppe Random House GmbH
Auflage/Jahr 1. Auflage 2008/2009
ISBN: 978-3-442-47057-0


Das Gute bekämpft das Böse. Das Böse behält lange Zeit die Oberhand. Das Gute fühlt sich vom Bösen angezogen. Das Böse wähnt sich bereits als ewiger Sieger. Diese Geschichte kennt man mittlerweile. Sie steckt in unseren Märchen, in alten Sagen und auch in vielen aktuellen Geschichten. Nur bleibt meist die Hoffnung auf ein gutes Ende.
Aileen P. Roberts nimmt den Leser mit auf eine fantastische Reise durch eine uns so fremde und doch so bekannte Welt. Abenteuer sind zu bestehen und Menschen mit all ihren Fehlern zu ver-stehen. Zu Beginn ist da ein Kampf. Ein junges Paar von Auserwählten wehrt sich verbittert gegen die dunkle Armee aus skrupellosen Reitern, verwahrlosten Kämpfern und wütenden Orks. Keine Chance haben die Beiden und ihre Freunde. Der Kampf geht verloren. Noch vor der eigentlichen Niederlage wird eines der magischen sieben Schwerter, die einst Thondra seinen sieben Auserwählten für den Kampf um den Erhalt der guten Welt, in einem See bei Naravaack, dem Hort des absolut Bösen in der Welt des Gottes Thondra, versenkt.
Die Gottheit ist erzürnt über diesen Ausgang der Schlacht und lässt die Welt gut 1.000 Jahre in Frieden und Unfrieden verkommen. Doch die Ausbilder auf Camasann, also die Vertreter des Guten in Aileen P. Roberts Fantasiewelt, wie auch die Schergen Scurrs aus Naravaacks Burgruine in Ursan suchen Jahr für Jahr nach den irgendwann erwarteten wiedergeborenen Sieben.
Schließlich ist es soweit. Die Ersten sind vielleicht gefunden und werden von Brogan zur Aus-bildung nach der Insel Camasann geführt. Unter ihnen der Steppenjunge Ariac, das von den Eltern angefeindete Mädchen Rijana und der Piratenjunge Rudrinn. An ihrem siebzehnten Ge-burtstag wird sich zeigen, ob sie wohl zu den Auserwählten zählen.
Es kommt zu Verwicklungen. Während Rijana sich nichts Schöneres vorstellen kann, als in eine neue, andere und vor allem bessere Welt zu kommen, wollen weder der Pirat noch der Steppen-junge ihre bisher verfolgte Vorbestimmung aufgeben und ihre Heimat verlassen. Doch schließ-lich fügen sie sich widerwillig…
Aileen P. Roberts gelingt es geschickt schon auf den ersten Seiten ihres Buches die Spannung auf den Höhepunkt zu treiben, den Leser dermaßen zu fesseln, dass er nicht mehr nur die Fantasie-welt vor seinem geistigen Auge miterlebt, sondern sich für eine der vielen Gestalten entscheidet. Fortan fiebert man selbst als voreingenommener Leser gegenüber diesem Genre förmlich mit, sehnt die nächsten freien Minuten des Lesens herbei und will doch nur, dass das Gute siegt. Ob es wohl gelingt? Eine schwierige Frage, denn die Zeichen stehen sehr ungünstig.
Schergen Scurrs entführen Ariac, pressen ihn in eine Ausbildung, die den bisher freien Steppen-jungen nicht nur an seine Grenzen treibt, sondern auch fast seinen Willen, gar den guten Teil seiner Seele bricht. Und während die anderen der Sieben nach und nach in den verschiedenen Teilen der unwirklichen und doch so realistisch beschriebenen Welt gesucht und gefunden werden, dabei eine Ausbildung auf der vermeintlich guten Seite des Lebens genießen, muss Ariac durch seine Kraft und seinen Willen leiden, findet Feinde statt Gönnern und todesnahe Er-fahrungen statt Geborgenheit.
Eine Geschichte ist entstanden, die neben dem Kampf für Freiheit und Zukunft auch die Gewalt der Versuchung, die Kraft der Liebe beschreibt, nicht änderbare Vorsehung und Hilfe, Ab-lehnung und Hass enthält. Durch die verschiedensten Länder reisen die Helden, begegnen den Zwergen, Elfen, Orks, bestehen Prüfungen, finden Freunde und müssen leider erkennen, dass in der Vergangenheit alle Versuche der Sieben, dem Guten zum Sieg zu verhelfen, am Verrat Einzelner aus ihren eigenen Reihen, scheiterten. Vielleicht hat sich die Welt in den letzten 1.000 Jahren auch soweit verändert, dass selbst die Guten nicht mehr wirklich frei von Schuld sind?
Wie geht die Geschichte aus? Finden die Sieben zusammen und vertrauen sie dabei vielleicht zu Recht einander? Werden sie ihre Welt retten können?
Aileen P. Roberts Geschichte zu lesen bereitet Vergnügen. Sie findet die richtigen Worte, spinnt einen Faden, der sich an keiner Stelle zu verheddern scheint. Und sie schafft Neugier auf mehr. Auf eine Fortsetzung. Denn am Ende, das geht sicher jedem Leser von ‚Thondras Kindern’ so, ist man traurig, dass es zu Ende ist, dieses Buch.
Begleiten Sie Ariac, Rijana und all die Anderen auf ihrer Reise durch eine Welt, in der die anfäng-lich ,Guten’ dies später nicht mehr unbedingt sind und zu der es auch in unseren Tagen viele Parallelen gibt… obwohl sie uns doch so fern ist.
Gelungenes Lesevergnügen für Jung und Alt.

Weitere Informationen unter www.aileen-p-roberts.de und www.goldmann.de

© + ® der Rezension:
Stefan Jahnke, Dresden
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