Schinko, Barbara - Die Feengabe

Schinko, Barbara - Die Feengabe

Beitragvon Sandra » 7. Dez 2011, 12:08

„Die Feengabe“ von Barbara Schinko ist eines der wenigen Fantasy-Bücher, die mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt haben.
Der noch recht jungen Autorin gelingt es meisterhaft, den Leser in eine befremdliche Welt zu ziehen, in der nichts so ist, wie es scheint.

Doch dazu später mehr.

Erst einmal zur Ausstattung des Buches:
Die Illustration des Covers und der Rückseite gefallen mir ausgesprochen gut. Dem Illustrator Maik Schmidt ist damit ein wunderbares Werk gelungen.
Einzig die helle Schrift darauf passt meines Erachtens so gar nicht. Einfach aus dem Grund, dass man sie kaum noch lesen kann. Gerade beim Klappentext muss man die Augen schon sehr anstrengen.
Der Einband ist sehr schön stabil (und mit seiner geriffelten Struktur etwas Außergewöhnliches) und auch die Seiten sind griffig und nicht auf dem billigsten Papier gedruckt. Dafür „Hut ab!“ vor dem Mondwolfverlag, der doch noch ein recht junger ist.

Zur Geschichte:

Stella und Mavie sind die Töchter eines Gouverneurs auf einer Insel. Während Stella immer wieder von einem angenehmen Leben mit einem Prinzen, schönen Kleidern und anderen Annehmlichkeiten träumt, ist Mavie das ganze Gegenteil. Sie möchte frei sein und sich niemandem unterwerfen. Gern lauscht sie den Geschichten ihrer Großmutter Grainne, die einst eine bekannte Piratin war und erlebt selbst gern Abenteuer.

Doch der Sommer ist vorbei und beide müssen wieder zurück nach Hause. Aber irgendetwas scheint mit den Bewohnern nicht zu stimmen. Bald kommt Mavie dahinter, das es etwas mit den Fey und dem Bann des Geisterers zu tun hat. Sein Zauber wird immer schwächer und den Fey gelingt damit der Übertritt in die „reale“ Welt.
Als ein Kätzchen geopfert werden soll, um diesen Bann aufrecht zu erhalten, stürzt Mavie dazwischen – und damit beginnt ihr Abenteuer.
Denn nun gibt es keinen Zauber mehr, der die Anwohner vor den Fey schützt.

Das erste Opfer der Fey wird ausgerechnet ihre Schwester, die sich in den Prinzen des Feenvolkes verliebt.
Zusammen mit Sorley, dem Sohn des Abdeckers, macht sie sich auf den gefährlichen Weg in das Reich der Feen, in dem sie einige Gefahren überstehen müssen.


Die Figuren:

Mavie ist ein richtiger Wildfang, der manches Mal ziemlich naiv ist, dafür aber umso liebenswürdiger. Im Verlauf des Buches begleitet der Leser hauptsächlich Mavie, so dass man sie immer besser kennen lernt. Zum Schluss fiel der Abschied von Mavie wirklich schwer. Einzig verwirrt hat mich vor allem am Anfang der ständige Namenswechsel zwischen Mavie du Maebhi (richtiger Name und Spitzname). Danke, Frau Schinko, dass ich sie kennenlernen durfte!

Stella ist die Schwester von Mavie, die sich gern als junges Fräulein gibt. Am Anfang noch etwas hochnäsig, wird sie dem Leser dennoch immer sympathischer, gerade weil sie kaum etwas von ihrer Persönlichkeit im Verlauf der Geschichte einbüßt, man sie aber immer besser verstehen lernt.

Sorley, der Sohn des Abdeckers, war eine meiner liebsten Figuren. Ruhig und praktisch veranlagt, zieht er Mavie so manches Mal aus dem Fettnäpfchen. Und dann ist er doch nicht das, was er zu sein scheint. Ein geheimnisvoller Typ, von dem ich gern wieder einmal lesen möchte!

Grannie ist die Großmutter der beiden Mädchen und war einst eine Piratin, deren Mannschaft aber auch nach all den Jahren noch an ihrer Seite steht. Von ihrem Charakter her ist sie Mavie sehr ähnlich, wenn auch inzwischen etwas ruhiger. Eine Großmutter, die man lieben muss!

Cahill ist der Prinz des Feenvolkes. Ich mag ihn nicht. Nein. Einfach, weil er ein mieser Schleimer ist, der nur auf seinen Vorteil bedacht ist. Barbara Schinko hat ihm wortwörtlich Leben eingehaucht, sodass er mir lange Zeit nicht mehr aus dem Kopf ging.


Fazit:
Auch wenn mir das erste Kapitel etwas Schwierigkeiten bereitet hat (viele Wörter, die man nicht unbedingt kennt, wenn man nicht an der See lebt) und etwas holprig war, stürzte ich spätestens ab Kapitel 2 in ein wunderbares Abenteuer, von dem ich nicht mehr loslassen konnte.
Nur das Ende kam mir etwas zu prompt, da hätte es ruhig mehr sein dürfen ;-)
Aber alles in allem eine schöne Geschichte, die etwas Märchenhaftes an sich hat und die ich gern weiter empfehle.

Ich freue mich schon jetzt auf das nächste Werk der Autorin!
Liebe Grüße
Sandra
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