Wilde, T.C. - Der Medizinradkrieger

Wilde, T.C. - Der Medizinradkrieger

Beitragvon Stefan Jahnke » 21. Mär 2012, 23:12

Rezension

Buchtitel: Der Medizinradkrieger
Autor: T.C. Wilde
Genre: Spiritueller Fantasy-Reiseroman
Verlag: BoD Norderstedt, Fun-Ausgabe 2011
ISBN: Noch nicht vergeben
Buch: 164 Seiten, PB, ca. 13,5x21,5x1cm

Haben Sie schon von Jorge Castro-Gómez gehört, dem Gitarristen von ‚The Emirates’, einer aufsteigenden Berliner Band mit internationaler Besetzung? Lasen Sie nicht vom überwältigenden Erfolg im ‚Clash’ in Berlin?
Schon nach den ersten Seiten des dünnen Büchleins von T.C. Wilde, alias Thorsten Nagel, glaubt man an diese Geschichte. Vielleicht gerade, weil dies nicht beabsichtigt sein kann, verändert sich plötzlich alles, wird Jorge kurz vor dem Durchbruch in der Musikszene von Freunden und seinen in ihm lebenden Geistern, Engel und Dämon, auf eine wundersame Reise entlang der der Wind-rose gleichenden Route des europäischen Medizinrades geschickt, soll nicht nur seinen inneren Frieden, sondern vor allem die Überzeugung finden, was für ihn das Richtige, eher noch das wirklich Wichtige im Leben ist.
T.C. Wilde beschreibt nicht nur in teils witziger, teils auch sehr ernster Form den Weg eines jungen Mannes, sondern lässt am Rande dessen die Realität in unserer nicht immer auf die Suche nach sich selbst ausgerichteten Welt deutlich werden. Ein Spanier kann dabei schnell bei der Ein-reise in die USA als Mexikaner verkannt werden, fällt nach einer Weile in der Sonne auch nicht unter afrikanischen Stammesführern auf und bewegt sich vielleicht gar ein wenig melodischer beim Sonnentanz im hohen Norden, als der Durchschnitts-Mitteleuropäer.
Nach den ersten Abschnitten sah ich mir das Cover näher an. Ein Mann sitzt auf einer in luftiger Höhe an einem Pfahl angebrachten Holzplatte, scheint sich trotz Wind und Wetter da wohlzu-fühlen, zeigt sogar mit seinen Fingern an, dass er siegesgewiss ist, also sich vielleicht in einem Wettbewerb eben als Letzter oben halten konnte. Ganz unten links erkennt man nur beim genauen Hinsehen die vielleicht auch dafür gültigen Worte ‚VORSICHT KULT!’ und die gelbe Kriegerspinne, die dem Autor während seines Adlertanzes im Brandenburgischen eben jene Idee für das Buch zuwisperte, sieht auf der Rückseite des Buches bedrohlich und fremd zugleich aus. Versöhnen mag dabei die den ganzen Einband beherrschende rote Farbe, Zeichen für Kupfer, Gold, also Nützliches und Wertvolles in unserer materialistischen Welt.
Die Reise Jorges durch die Welt wird begleitet von hohen Wesen im Sternbild des Orion, wobei es dort gar eine Zwietracht zwischen einzelnen Lebewesen und ganzen Volksgruppen gibt, die bis zur Erde Auswirkungen hat.
Die Wechsel zwischen Erde und All lässt T.C. Wilde schnell und manchmal auch schwer nach-vollziehbar hart geschehen. Doch dies verhilft der Geschichte zu noch mehr Aktion, beflügelt zum Nachdenken beim Lesen und nicht einfachen Konsumieren der Zeilen. Immer wieder trifft Jorge auf andere Charaktere, muss sich bei diesen erst seinen Platz erwerben, sie von sich und seinem Weg überzeugen, wobei auch Verbindungen zum weiblichen und männlichen Geschlecht fast aller rechtlich vertretbaren Altersklassen zustande kommen. Doch dies kann nun einmal so sein auf der Suche nach dem inneren Frieden.
Am Ende des Buches hat der Leser eine Reise um die ganze Welt hinter sich und weiß vielleicht nicht genau, ob er diese nun ernst zu nehmen hat oder darüber lachen kann. Und genau darin liegt für mich der Reiz dieses Buches. Verschiedene Realitäten überschneiden sich. Es kann nicht nur das eigene Denken beflügeln, die Wege des Medizinrades und die daran liegenden wichtigen Stationen im Leben jedes Menschen beschreiben, sondern eine neue, uns vielleicht bisher fremde Welt eröffnen.
Für mich eine gelungene Verbindung aus Musikerepos, Selbstfindung, Science-Fiction und Not-wendigkeit der Nachhaltigkeit des eigenen Tuns.

Ein Buch, das den Leser munter hält? Ja. Aber man sollte zwischen den einzelnen Abschnitten Fasen des Nachdenkens einplanen, nicht am Stück das ganze Buch lesen, es auskosten.
Ein Buch, das man gelesen haben muss? Er beherbergt T.C. Wildes Erfahrungen und regt an, eigene zu machen. Daher sollte sich jeder ein Bild davon machen.
Ein Buch, das nachdenklich stimmt? Wege zum Selbst eines Anderen zu lesen beinhaltet stets das Nachdenken und die Reflexion auf das eigene Sein.
Ein Buch im guten Erzählstil? Spannend und überraschend. Es fordert Lesedisziplin.

Überall auf der Welt sind wir eigentlich Fremde. Der Ort, an dem wir leben, kann dabei fast ver-nachlässigt werden. Neues zu erkunden, sich einzubringen und Erfahrungen zu sammeln sind Grundlage für unser Leben. Auf dem Wege des Medizinrades, geführt von der gelben Krieger-spinne ist all dies möglich.

Weitere Informationen im Internet unter http://www.bod.de.

© + ® der Rezension:
Stefan Jahnke, Dresden
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