Wanderungen und Ideen - Kohlmühle

Wanderungen und Ideen - Kohlmühle

Beitragvon Stefan Jahnke » 22. Apr 2011, 20:40

Ja, Sandra, die Sächsische Schweiz...
Viele Ecken gibt es da. KImmer wieder entdeckt man Altes und ganz Neues.

Ostern ist immer etwas Besonderes. Denn man hat frei.

Natürlich freuen sich die Kinder über Geschenke. Herzenswünsche genauso, wie auch Süßigkeiten.
Doch die Eltern haben nicht nur vorher die Plage, alles zu bekommen, sicher auch für die so viiiiieeelen Feiertage genügend einzukaufen, sondern sollten sich auch eine gute Strecke, also eine kleine Unternehmung ausdenken.

Meine Familie hat es dabei meist schwer mit mir. Jede Unternehmung wird zum Abenteuertrip und natürlich ist auch sächsische Geschichte dabei.
Alles begann mit einer Internetrecherche und dann dem intensiven Studium der Karte unseres sicher nicht nur in Dresden beliebten Elbsandsteingebirges.. Und dann stand alles fest. Wir fahren dahin, wo man immer hin könnte, wir aber noch nie waren.

In der Nähe von Sebnitz, eigentlich auf dem ersten Drittel der Strecke zwischen Bad Schandau und der Kunstblumenstadt liegt die Kohlmühle. Dort befindet sich ein Teil der Kernzone der Sächsischen Schweiz, Naturbelassene Gegend, ideal zum Verstecken der Ostereier, ohne zu sehr gegen die Auflagen des Nationalparks zu verstoßen.

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Nach erfolgreicher Suche wurde das Auto an der Kohlmühle verstaut (riesiges altes Backsteingebäude, heute Heimat einer Linoleumfabrik, früher mit der Kraft des Wassers der Sebnitz verantwortlich für verschiedene Produktionen.

Die Sebnitz fließt durch ein Tal parallel zur Kirnitzsch. Natürlich hatte sie in den letzten Jahren auch viel Hochwasser und die Schäden kann man heute genauso sehen, wie bei meiner letzten beschriebenen Tour entlang der Zschopau.

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Highlights für Kinder und abenteuerliche Erwachsene sind alte Bahnstrecken. Unser Weg führte uns ein Stück entlang der alten Strecke der Schwarzbachtalbahn, dabei auch durch einen ihrer alten Tunnel.

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Spannend. Zumal es vorher noch über ein formschönes Viadukt ging. Man könnte der alten Strecke durch das ganze Schwarzbachtal folgen, gar bis nach Hohnstein, denn Kohlmühle und Hohnstein waren vor Jahren noch mit einer Kleinbahnstrecke verbunden.
Aber mich lockte ein anderes Ziel und meine Lieben zogen wacker mit.

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Ja,.so steil, wie das aussieht, war es auch.
Ziel auf dem Gipfel ist hier das Goßdorfer Raubschloss.
Was ist das? Nun ja, ein altes Raubschloss. Man kann es noch erkennen.

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Nein, nicht ganz original.
Meine Freunde, die Birken, Berka von der Duba, die bauten diese Burg als Schutz des Haupthandelsweges zwischen Großem Wildenstein und Hohnstein. Ich schrieb schon viel über diese Birken (Felssturz, Birkfalken, Hohburg). Ihnen gehörte ja mal die ganze Elbseite von der heutigen böhmischen Grenze bis hinter Meißen.
Heute wurden wir zum Mittag bei den Birken eingeladen.

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Natürlich hatten wir alles mit und ließen auch keinen Müll zurück. Aber die Gegend, das alte Gemäuer und die sicher auch in den erst vor einigen Jahrzehnten auf den Trümmern der alten Burganlage errichteten wenigen Bauten da oben herumirrenden Ahnen der Birken gönnten uns eine Pause.

Danach ging es zurück an die Sebnitz.
Der Weg ist gesperrt. Man kommt jedoch trotz der vielen Flutschäden auch über diese Brücke.

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Dort gab es früher mal die Buttermilchmühle, im 19. Jh. beliebtes Ausflugsziel, 1985, als da längst ein Ferienheim war, durch einen Blitzschlag zerstört.
Unweit des Platzes schürfte man mal nach Gold.

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Wasser fließt aus dem Felsen, Fledermäuse sollen darin leben. Wir sahen keine. Interessant war es doch.

Nach soviel Erlebnissen folgte nun der Aufstieg entlang eines Teiles des Malerweges in Richtung Altendorf wo meine Kinder schon mehrfach mit den Großeltern Urlaub machten, ohne das Sebnitztal oder Teile unserer heutigen Tour zu besuchen, da sie sich immer mehr der Kirnitzsch widmeten.

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Diese schöne Baumblut hat man eben nur im Frühjahr und bei dem herrlichen Wetter zu Ostern 2011 kann man dabei munter und froh ausschreiten. Auch wenn uns nach dem Stich aus dem Tal hier hinauf das Zahnfleisch ein wenig am Boden schliff.

Der Ort ist alt. Da gibt es einige Ferienwohnungen, eine Gastwirtschaft, die Feuerwehr, eine Pferdestation und sogar ein eher in die Lausitz gehörendes Umgebindehaus.

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Der Blick von dieser Hochebene ist herrlich. Man sieht die Schrammsteine, Gohrisch, Papststein, Pfaffenstein mit der Barbarine und natürlich die Kultfelsen der Sächsischen Schweit, Lilien- und Königstein.

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Wir wandern gern nach geheimen Tipps von anderen Wanderern. Der Weg, dem wir nun von Altendorf zurück zur Kohlmühle folgten, wird nicht sehr in Ordnung gehalten. So kann man schnell mal vor einem Baumfeld stehen, das es zu überwinden gilt.

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Eine spannende Wanderung endete dann wieder in Kohlmühle an der Sebnitz und wir nutzten die schöne Natur, um mitgebrachte Miniwindis, Tee und Brezeln am Fluss auf einer schönen Wiese direkt gegenüber des verfallenen Bahnhofshotels zu ‚verkosten’. Das Haus ist noch in einigermaßen gutschlechtem Zustand. Sollte man da ein Lesehotel eröffnen? Tolle Gegend, gute Anbindung mit Zug und Straße, zentrale Lage also… na ja, keine Ahnung. Nur eine Idee für uns Kristallfedern? Muss ja nicht heute sein.

Auf der Rückfahrt ging es noch an wichtigen Schauplätzen meiner Bücher vorbei.

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Die Burg in Hohnstein sieht immer wieder stolz aus. Im Teufelsschwur spielt sie neben anderen Orten rund um das Polenztal eine wichtige Rolle.

Weiter ging es gen Stolpen, der Burg des Moyko von Stulpen, die ich in ‚Stulpenburgk’ beschrieb.

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Man erkennt also leicht… Dresden ist schon wegen der Umgebung eine Reise wert.
Und wer die Tour unseres heutigen Osterspazierganges nachmachen will… unter

Wegbeschreibung

findet man alle wichtigen Infos eines passionierten Wanderers, bei dem ich mich gern bediene, weil er mich schon an viele interessante Plätze schickte, die ich dann in meinen Büchern verarbeiten konnte… und ganz nebenbei macht es uns, also meiner Familie und mir, unheimlichen Spaß, neue Wege zu erkunden. Dann gemeinsam neue Buchideen zu diskutieren, ist dann eigentlich selbstredend geboten.

Viel Spaß beim nachwandern.

Liebe Grüße aus Dresden
Stefan
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Re: Wanderungen und Ideen

Beitragvon Lutz Rocktäschel » 23. Apr 2011, 08:05

Stefan, ich bin begeistert und betroffen, weil du mich nicht mitgenommen hast :fooli009: . Dein Bericht ist so gut, dass ich dich hiermit ultimativ auffordere :fooli022: , ihn werbewirksam in den Bereich "Mitglieder berichten - Gäste lesen" einzustellen. Vielleicht sollten wir sogar dort eine Rubrik eröffnen: "Wenn Autoren verreisen" :kaos.079: :kaos.181:



:lutz: L.R.
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