eine frage

eine frage

Beitragvon garcia » 27. Nov 2012, 23:30

mal eine frage an die werte gemeinschaft:

ihr steht im leben. ihr habt berufe und - zum teil - bewundernswerte akademische leistungen (diplom, staatsexamen) erbracht.
wie kann es sein, dass ihr bücher schreibt (okay, das verstehe ich natürlich - menschen sind nun einmal mitteilsam) und dann dafür BEZAHLT, dass diese bücher gedruckt werden? was treibt euch an? ist es eitelkeit? zufriedenheit? stolz? was ist es?
ich weiß, schreiben ist ein hartes brot. ich schreibe zuweilen drehbücher. ich habe schon unentgeltlich gearbeitet - kurzfilme - aber da wusste ich im vorfeld bescheid. oder auf rückstellung, das ist auch noch akzeptabel. ansonsten bin ich mal üppig, mal schmal bezahlt worden - ganz nach dem, was im vertrag stand. aber auf die idee, arbeit zu leisten und noch dafür zu bezahlen, wären weder ich noch sonst irgend ein mir bekannter autor je gekommen. in der tat wusste ich bis vor kurzem überhaupt nicht, dass es solche modelle gibt, aber ich kenne mich im prosa-geschäft nicht so richtig aus.
wie ich auf euere seite gestoßen bin? ich hatte vor einiger zeit das zweifelhafte vergnügen, ein buch einer euerer autorInnen zu lesen.
ich möchte niemandem zu nahe treten, aber wenn bereits im titel ein satzzeichen fehlt, werde ich stutzig. ich habe mich dennoch mehr oder weniger komplett durch das werk geackert. es war das mit abstand schlechteste buch, das ich je gelesen habe. dennoch hielt es den einen oder die anderen euerer autorInnen nicht ab, überschwängliche rezensionen zu verfassen. ich finde solches wenig konstruktiv. offensichtlich handelte es sich um gefälligkeits- und sympathiebewertungen. es ist zwar schön, sich gegenseitig im dunkel mut zu machen, aber wenn ihr euch stets mit komplimenten überschüttet, verliert ihr doch den blick für die wirklichkeit. und das buch war - fair und objektiv betrachtet - solch ein schund, dass nur eine einzige frage am ende blieb: dafür mussten bäume sterben! warum?
tut mir leid, dass das hier in richtung bashing geht (ich bin eigentlich ein ganz netter), aber ich habe genügend anstand, weder autorIn noch rezensenten zu benennen.

was bleibt, ist meine obige frage: was treibt euch an?

ich danke höflichst für euere aufmerksamkeit.
garcia
 

Re: eine frage

Beitragvon Sandra » 28. Nov 2012, 10:46

Hallo Garcia,

vielen Dank für deine Anfrage.
Ich knn an dieser Stelle nicht für die einzelnen Autoren unseres Netzwerkes sprechen, das möchte ich auch gar nicht.

Gründe, um sich dafür zu entscheiden, "für seine Arbeit auch noch zu zahlen" kann es viele geben:
- Unwissenheit
- schlechte Erfahrungen mit regulären Verlagen (ja, selbst wenn man in solch einem unterkommt, kann es zu Schwierigkeiten kommen)
- das man es satt hat, ständig den Verlegern hintrher zu laufen und dabei eine Schleimspur zu hinterlassen ...

und noch vieles mehr.

Ich selbst habe die meisten meiner Bücher über reguläre Verlage veröffentlicht und werde das auch weiterhin tun.
Die Verlagssuche ist manchmal sehr anstrengend und nervtötend. Manchmal kommen Antworten auf ein Manuskriptangebot erst nach einem Jahr - oder nie. Da ist es verlockend, das Ganze in die eigene Hand zu nehmen.

Für eine Veröffentlichung habe ich persönlich noch nie etwas gezahlt (sieht man davon ab, dass es bei den Dienstleistern, wo ich veröffentlicht habe, keine Belegexemplare gibt).


Zu meinen Projekte kann ich nur so viel sagen:

z.B. "Elisabeth - Die große Reise" wurde von mehreren Verlagen geprüft, sollte sogar bei Gerth Medien erscheinen (ein sehr großer Verlag), doch dann hat die Lektorin gewechselt und alle mündlichen Absprachen waren dahin. Mehrere Verlagen gefiel das Projekt, wurde aber auf Grund seiner Thematik dann doch abgelehnt (dafür wurden andere Projekte angefordert). Warum also auf der Festplatte versauern lassen, wenn es so viele positive Rückmeldungen gab?

Meine Reihe "SNACKIES" - die aus Kurzgeschichten besteht, die z.T. veröffentlich wurden - daran hat kein Verlag Interesse. KGs verkaufen sich schlecht und veröffentlichte erst recht. Dies ist mehr ein Projekt für meine Leser, die mich schon öfter gefragt haben, ob es meine Geschichten nicht in einem Band gäbe.

Elisabeth und SNACKIES werden über CS veröffentlicht, was mich nichts kostet, und die Bücher sind (nur) über Amazon zu beziehen. Besser als nichts, denn für eien Veröffentlichung möchte ich nicht zahlen.

"Sind wir noch normal? Ein Blick in das Jenseits" - erschien vor einigen Jahren bei Tredition. Dorthin hat uns mehr oder weniger der Frust getrieben, nachdem Verlage zwar Interesse an dem MS bekundet haben, es dann aber völlig auf ihre Art umgeschrieben haben wollten. Das kam für uns einer Zensur oder eines "Maulkorbes tragen" gleich. Das wollten und konnten wir so nicht für uns übernehmen.


Vielleicht könntest du uns dennoch verraten, wessen Buch du meinst?
Denn nur mit offener Kritik können wir besser werden.
Liebe Grüße
Sandra
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Re: eine frage

Beitragvon Stefan Jahnke » 28. Nov 2012, 10:53

Hmm... kein Autorenname, kein Buchtitel, heiße Luft und scheinbar bis in die Beleidigung gehende Bemerkungen. Kein Mut, eigene Kommunikationskanäle zu benennen, um einen objektiven Blick auf den/die Autor/in 'garcia' werfen zu können, jedoch wilde Vermutungen zur angeblich fehlenden Objektivität der offen auftretenden Autoren und Rezensenten.

Jedes Jahr im Weihnachtsgeschäft die gleiche Leier.
Warum?
Neid auf Erfolge von Autoren, die sich bewusst aus dem Verlagskarussell heraushalten?

Wie steht der/die Autor/in 'garcia' denn zum völlig kostenlosen und derzeit besonders in USA sehr erfolgreichen Geschäftsmodell von amazon, das gerade auch in Deutschland erste wahrnehmbare Erfolge feiert? Veröffentlichungen in Print und eBook für 0 Euro, hohe Autorenmarge, kleine Buchpreise und sogar Übersetzungsservice für lau. Vermutet er/sie gleich einmal banal, dass dort nur Schund herauskommt? Nun ja, Millionenauflagen in diesem Bereich beweisen, dass dies eine falsche Annahme ist.

Der Demand-Autor tritt bekanntlich als Selbstverleger am Markt auf, nutzt also einen Autorendienstleister und kümmert sich selbst um Vertrieb und Verkauf seiner Bücher. Dies geschieht persönlich oder eben klassisch im (Online-)Buchhandel. Damit steht er m. E. sogar noch viel näher an seinem Buch, als der Autor, der sein Werk irgendwann einem Verlag liefert, später erfährt, dass es nun am Markt ist, und dann auch noch die ihm aufdiktierten Lesungen wahrzunehmen hat. Spannend ist es ja gerade, selbst das Buch zu entwerfen und eben nicht aus der Hand zu geben, sondern selbst bis hin zum Print, zum eBook zu begleiten, es dann auch stolz... und nicht in unbedeutender Menge... abzusetzen. Steht er dann auch noch auf einer selbst organisierten Lesung vor einem großen Publikum, ist da weitaus mehr ehrlicher Stolz auf das Werk, als bei vielen angeblich so ‚Bekannten’ in der Branche üblich.
Jedoch scheint der/die Autor/in 'garcia' sich damit gar nicht auseinanderzusetzen, sondern stellt lieber erst einmal recht unhaltbare Behauptungen auf. Schade… für den Buchmarkt und für den/die Autor/in ‚garcia’, jedoch Beweis, dass wir als Demand-Autoren auf dem rechten Wege sind. Weiter so!

Liebe Autoren und Vorbeisurfer... wenn sich jemand scheinbar dermaßen anmaßend und pseudo-anonym in eine Forenrunde hereinschleichen will, hat es wohl etwas mit Markt, Verdrängung und dem eigenen Stolz zu tun, jemandem mal so richtig die Meinung sagen zu wollen, ohne selbst das Visier zu öffnen.

Liebe Grüße aus Dresden
Stefan

PS: Der Markt der Demand-Verlage ist groß. Inzwischen überschreitet er bereits die jährlichen Veröffentlichungszahlen der Großverlage. Besonders wissenschaftliche Literatur, Nischenmanuskripte und Sachbücher haben dort eine faire Chance. Sonstige Literatur liegt heute bereits gleichauf mit herkömmlichen Veröffentlichungen. Dass der Aufdruck eines bekannten Publikumsverlages auf einem Buch kein Garant für Qualität sein muss, beweisen unzählige mehr als nur stümperhafte und mit Fehlern gespickte Veröffentlichungen selbst 'großer' Autoren. Beispiele dafür kann ich gern liefern oder wird man bei eingehender Beschäftigung mit meinen auch in diesem Forum vertretenen Rezensionen leicht erkennen.
Für die einen ist z. B. Karl May ein Schundautor, für die anderen der heute noch bekannteste und beste Autor Deutschlands. Beim Lesen ist es wie beim Wein. Objektive Betrachtungen führen selten zu etwas. Der Leser wird, auch wenn er Rezensent des Werkes werden mag, stets subjektiv erleben, was er liest. Seine eigenen Gefühle sind in ihm, überschatten oder erhellen das Lesevergnügen. Stress mit dem Vorgesetzten, Arbeitslosigkeit, Streit in der Familie, ein Todesfall unter Bekannten lassen ein Buch beim einen Leser zum Trostpflaster, beim anderen zum ‚No Go’ werden.
Was ist Gefälligkeit? Wenn ein Großverlag Hunderte Freiexemplare eines neuen Titels an Presse und sonstige Rezensenten verschickt, darum in diversen Onlineportalen noch gar nicht veröffentlichte Bücher bereits Unmengen von ‚Lesermeinungen’ aufweisen? Wohl kaum.
Kennt man jedoch den Autor, seine Gefühlswelt bei und nach der Entstehung des zu rezensierenden Buches, wird man sich in das Werk (fernab vom ‚schnell mal in der Bahnhofsbuchhandlung mitgenommenen Lesestoff’) hineinleben.
Entsteht dann Gefälligkeit? Nein, eher Auseinandersetzung mit etwas, was man lesen, hinterfragen und genießen durfte. Oder sagen wir ‚Das Auto ist Mist’, weil wir es an einen Baum fuhren? Das Auto war meist nicht schuld. Wir waren es, weil wir seine Technik nicht richtig begriffen und darum nicht in der Lage waren, es ordentlich zu steuern…
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Re: eine frage

Beitragvon garcia » 28. Nov 2012, 14:14

erst einmal danke für die promte resonanz.

lieben dank an sandra (die du tatsächlich aus meinem heimatort stammst. wie klein die welt doch ist!)
apropos pirna: da wir beide ossis sind (du weniger als ich, denn du bist jung), wirst du vielleicht verstehen, dass mir die option der "unwissenheit" besonders bitter aufstößt. denn wenn wir eins nicht hatten in der ddr (ich trauere ihr nicht nach), dann war es die zugelassene abzocke auf allen gebieten. fürchterlich, wie manche "verlage" mit den träumen und sehnsüchten mit menschen umgehen. nun kann man zynisch sagen, manche verdienen es nicht besser - wenn das schaf freiwillig beim fleischer anklopft, muss es sich nicht wundern, wenn es ragout wird - aber ich finde es einfach menschenverachtend.

es tut mir leid, dass du schlechte erfahrungen mit großen verlagen gemacht hast (wie es mir für alle leid tut, die das erleben). ich habe einige (wenige) leseproben von dir quergelesen: da ist nichts, was mir nicht wenigstens ansatzweise gefallen hätte. viel glück auf deinem weg und erwäge u. u. - ein schwacher rat eines unbedarften - den gang zu einem seriösen agenten.
zu meiner sicherlich etwas unfeinen kritik an einem euerer werke (es ging mir deutlich um das werk und nicht den menschen) äußere ich mich gleich noch mal. ich werde ross und reiter eher nicht benennen, ich möchte nicht noch mehr öl ins feuer gießen.
nur eins noch dazu: ich habe eigentlich schon einen deutlichen hinweis auf das werk gegeben. man sollte es eindeutig erkennen können, wenn man sich bemüht.
(ich merke gerade, dass ich viel zu viele klammern setze und eher platte metaphern parat habe. das ist der vorteil beim drehbuchschreiben: der zuschauer kriegt nichts als die dialoge mit...)

danke auch dir, stefan jahnke.
ich hätte mir den kritikteil lieber sparen sollen. ich bin nicht für böses blut und natürlich muss ich damit rechnen, dass zurückgeschossen wird. (du verfehlst imho das ziel jedoch deutlich, was ich gleich erläutern werde.) es ist nur so: ich war wirklich sauer über den schund, der mir da präsentiert wurde. und noch sauerer über manche kritik, die mir so etwas wie einen unvergleichlichen lesegenuss versprochen hatten. da auch du ja aus meiner ex-heimat stammst und wie ich eher als sandra ein gelebter ossi bist, wirst du dich erinnern, wie unverschämt offensiv auch die blödeste entwicklung in der ddr verteidigt wurde. (waren die eier knapp, musste man nicht lange darauf warten, einen artikel in der zeitung zu lesen, der die schädlichkeit von eiern beschrieb. usw.)
lieber stefan, die welt ist bunt und es gibt sicherlich immer irgendwo einen, der etwas mag, was alle anderen ablehnen. aber es gibt einen allgemein verbindenden geschmack. ein baby oder einen welpen oder ein kätzchen empfinden wir als niedlich, eine minderjährige kakerlake nicht. die musik mozarts wird nur ein depp als krach bezeichnen, morgendlich von einem presslufthammer geweckt zu werden, ist hingegen schmerzvoll. natürlich gibt es kontroverse dinge in jedem bereich. helge schneider fällt mir ein. ich kenne - einige (!) - geistig gesunde menschen, die bei pulp fiction aus dem kino gegangen sind, was mich schaudern lässt.
aber: auch in der kunst gibt es produkte, die absolut einhellig auf ablehnung stoßen. sowohl bei publikum als auch bei der kritik. zu was? zurecht. kein gesunder mensch kann sich am sopran einer florence foster jenkins erfreuen. das ist einfach ausgeschlossen. ja, sie hat hallen gefüllt und viele platten verkauft. dafür gab es einige gründe. der stichhaltigste: sie nahm es ernst und alle anderen nicht. (sollte die dame euch unbekannt sein, googelt und vor allem youtubed sie mal!) die filme von ed wood gehen in die gleiche richtung. totaler dilettantismus gepaart mit der überzeugung, bahnbrechendes zu leisten, können im einzelfalle zu zweifelhafter popularität führen. das ist ungefähr so wie: "der elefantenmensch (oder die frau ohne unterleib usw.) ist in der stadt. da müssen wir hin. gucken!"
und genau in diese rubrik passt auch das von mir kritisierte werk. (außer, dass es den unfreiwilligen humor der oben erwähnten beispiele eher spärlich entfaltet.)
ich bin gestern nach mitternacht ins bett und wollte eigentlich schlafen. doch dann nahm ich mir ein buch, das ich schon lange einmal lesen wollte. es sind die "brüder löwenherz" von astrid lindgren. ich dachte mir: lies mal das erste kapitel. ich las bis kapitel 11 - mehr als die hälfte des buches, dann brannten mir die augen. DAS ist kunst. ich habe einen einzigen satz gefunden, der mir leicht unpassend vorkam. auf 130 seiten. und da ich es in der deutschen übersetzung lese, kann auch der übersetzer eine schwache minute gehabt haben. alles stimmte: das timing, das verhüllen, also das nicht sofortige preisgeben von geheimnissen, die charakterisierung, die atmosphäre, das lokalkolorit. einfach perfekt!
das von mir harsch kritisierte werk ist wie der anti-löwenherz. alles, was da richtig war, ist hier falsch. und das tut mir wirklich weh. ich frage mich, wie man sich mit totalem müll an die öffentlichkeit wagen kann. welcher dilettantismus herrscht eigentlich, wenn solch ein buch hergestellt wird? da müssen entscheidungen getroffen worden sein. (soweit ich weiß, handelte es sich bei dem verlag weder um zuschuss noch um bod.) einfach nur erschütternd - ich wiederhole es gern - dass dafür bäume getötet worden sind.
werter stefan, auf deine kritikpunkte gehe ich ggf. noch ein. aber nicht jetzt. bis dahin: frieden?
garcia
 

Re: eine frage

Beitragvon Sandra » 28. Nov 2012, 15:06

Hallo garcia,

ich danke dir für deine Rückmeldung. Ich wusste nicht, ob ich darauf hoffen soll oder nicht. Ich habe in Foren leider schon sehr, sehr viel erlebt, wo auf die Autoren "geschossen" wurde, ohne wirklich einen Hintergrund zu nennen oder konkrete Punkte auf den Tisch zu bringen.

Ich denke, deswegen hat Stefan auch so reagiert (und auch auf die Anonymität, denn im netz kann man sich leicht für jemanden ausgeben, der man nicht ist).

Ich glaube, ich weiß nun, von welchem Buch du sprichst. Leider ist die Autorin nur sehr selten hier, sodass sie sich wahrscheinlich nicht dazu äußern wird.

Hab auch vielen dank für deine Wünsche. Ich mache mir schon lange nichts mehr aus Absagen. Will mich ein Verlag nicht - dann bitte, es gibt genug andere ;) Am Anfang habe ich das alles noch persönlich genommen, mittlerweile sage ich mir: ihr seid selbst Schuld.
Was die Agenturen anbetrifft: Da stehe ich mit der ein oder anderen in Kontakt, doch so lange da nichts unterschrieben ist, werde ich mich hüten, damit an die Öffentlichkeit zu gehen.

So, so, du kommst also aus der Heimat? Ich freue mich immer wieder darüber, Leute zu treffen, die von dort stammen. Dresden ist zwar nicht so weit weg, aber ich fühle mich immer noch mehr der Sächsischen Schweiz verbunden.
Lebst du noch hier in der Gegend oder wurdest du von der großen Welle mitgeschwemmt, die leider die Lebensumstände hier ausgelöst haben? (das ist jetzt nur reine Neugierde und hat nichts mit deinem Beitrag zu tun. Du musst auch nicht darauf antworten, wenn du nicht möchtest ;) )
Liebe Grüße
Sandra
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Re: eine frage

Beitragvon Stefan Jahnke » 28. Nov 2012, 15:25

Sehr geehrte/r garcia,

Friedensangebote sind immer gut, denn sie schaffen beiden Seiten Zeit zum Nachdenken.
So sehr ich mich auch mühe, sehe ich trotzdem einen falschen Ansatz bei der so rigoros verfolgten Kritik an einem Buch. Nicht nur, weil es ein Buch unserer Netzwerker betreffen mag, sondern eben auch, weil es stets zwei Sichten auf alle Dinge gibt, vielleicht bestimmte Gründe für die fehlende oder besondere Qualität existieren, es auch verschiedene Auflagen geben kann, zu eifrige Lektoren etwas am rezensierten Text änderten usw.

Die angeführten Beispiele verschiedener Künstler oder gar Tierkinder hinken m. E. eventuell bereits beim ersten Überdenken, denn ob jemand ein Kätzchen niedlich findet, hängt auch davon ab, ob er eine Allergie gegen Katzen besitzt, im Kinderwagen von einem scharfkralligen Kater angefallen wurde oder in Verhältnissen aufwuchs/aufwächst, in denen Kakerlaken mehr zum Leben dazugehören, als es Katzen und deren Kunst der sieben Leben jemals tun werden. Natürlich laufen einige Menschen einem Hype hinterher, den andere nicht nachempfinden können. Doch darum die kritisierte Kunst fast als entartet abzustempeln... das erinnert an sehr dunkle Zeiten in unserer deutschen Geschichte, die wir mal lieber nicht anführen. Wem es gefällt, der soll sich auch die verrücktesten 'Klänge' anhören, Farbkleckse anschauen und im Kelly-Look der Achtziger herumlaufen. Es gibt halt unterschiedlichen Geschmack und ganz verschiedene Meinungsauslöser...
Ich will das an einem Beispiel erläutern:

Gleich hier um die Ecke lebt und arbeitet ein hochgenialer und gebildeter Mann. Ingenieur, der es einmal bis in die Konzernleitung eines bekannten Unternehmens schaffte. Irgendwann war dort kein Platz mehr für ihn, doch er gab nicht auf, machte sich selbstständig und verkauft heute Fisch.
Er besitzt nicht nur von ihm arg strapazierte Mitgliedsausweise verschiedenster Bibliotheken, sondern eine erlesene Sammlung sogenannter ‚guter Literatur’, teilweise gar Erstausgaben. Nun klagt er laufend über fehlenden Platz, denn er kauft immer noch verschiedene Werke, liest sie, rezensiert sie, ist begeistert oder auch einmal am Boden zerstört über Stil und Inhalt.
Nun sollte man annehmen, dass er aufgrund des Platzproblems und weil er die erworbenen Werke nicht als Wertanlage, sondern geistigen Besitz ansieht, über die eBook-Reader erfreut sein sollte. Vielleicht wäre er es auch.
ABER: Ist er nicht. Und über seine Erklärung war ich baff:
Verschwindet einmal das normale Buch, wird es schon viel eher keine normalen Zeitungen mehr geben. Und schon muss er seinen Fischverkauf ganz anders kalkulieren. Denn… auch wenn es sicher für den einen oder anderen Kunden gewöhnungsbedürftig ist… er packt seinen Fisch erst in geöltes Papier und außen herum in Zeitung. Immer schon. Diese Zeitungen bekam er jeden Morgen. Er liest die Welt, Die Zeit und die regionale Presse, kann also auf einen genügend großen Papierberg je Tag zurückgreifen.
Und dann? Wenn es nur noch ePaper usw. gibt?

Das Beispiel zeigt m. E. gut auf, wie sehr sich anhand verschiedener Kleinigkeiten angeblich so klare Empfindungen und Entscheidungen des Menschen gänzlich anders gestalten können.
Das bedeutet nicht, Kritik abzulehnen. Doch… sie pauschal aufzuwerfen a la ‚wie kann es sein, dass ihr bücher schreibt (…) und dann dafür BEZAHLT…’ ist vom Ansatz her verletzend. Ob nun gewollt oder auch nicht.

Auch die Geschichte mit den Bäumen ist bitte wohlwollend zu überdenken:
Das geniale Modell der Demand-Autorendienstleister ist sogar für die Umwelt gut. Wird ein Buch nicht gekauft, wird es auch nicht gedruckt. Die wie Blei in den Regalen liegenden, leider teilweise schlechten Bücher der Groß- und Publikumsverlage kosten wirklich Unmengen von Bäumen, auch wenn man mit Recyclingpapier usw. wirbt. Ganz ohne Holz geht es eben doch nicht. In einem Demand-Verlag wird jedoch nur gedruckt, wenn der Kunde anfordert. Ob nun in der normalen oder Online-Buchhandlung. Keine Bücher für spätere 99-Cent-Wühltische, kaum Lagerhaltung usw. Darum ist aber eine Kalkulation für den Anbieter wie für den als Selbstverleger auftretenden Autor ungleich schwerer, als in klassischen Verlagen. Und trotzdem wagen Autor und Dienstleister den Schritt an den Markt. Heißt es da nicht eher: Hut ab für den Mut?

Liebe/r garcia, das Leben ist bunt. Natürlich. Es hat und folgt Regeln. Selbstredend. Doch gelten die für alle Seiten. Druck erzeugt Gegendruck. Ernst gemeinte Kritik ist gut und wichtig. Aber pauschale, verschlüsselte und dann im Streufeuer verschossene Urteile können nur eines erzeugen: Ablehnung. Nicht für das, was man kritisierte, sondern für den Kritiker.

Und noch eine Kleinigkeit:
Die DDR ist Geschichte. Ich lebe bald länger in der aktuellen Gesellschaftsform und im wiedervereinten Land, als ich die Pseudodemokratie erleben durfte. War damals alles gut, alles schlecht? Egal. All dies ist Vergangenheit, an die wir uns erinnern können, die jedoch leider aufgrund der Kernprobleme damals und heute kaum zum wirklichen Vergleich mit der jetzigen Realität taugt. So traurig oder froh auch immer wir darüber heute sein mögen.

Bald ist Weihnachten. Der Weihnachtsfriede sollte gewahrt werden.
Ich freue mich auf konstruktive Gespräche und Meinungen, bitte aber zu beachten, dass grundsätzliche Aussagen meist gar nicht so grundsätzlich und allgemeingültig sind, wie vom Einzelnen angenommen.
Nun wünsche ich eine schöne Adventszeit, spannende Bücher und viel Lust auf Lesen.

In diesem Sinne

Liebe Grüße aus Dresden
Stefan
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Re: eine frage

Beitragvon garcia » 28. Nov 2012, 16:15

so, dann doch noch gleich weiter. habe gerade einen anruf bekommen, dass ich heute nicht mehr arbeiten muss. :P

Stefan Jahnke hat geschrieben:Hmm... kein Autorenname, kein Buchtitel, heiße Luft und scheinbar bis in die Beleidigung gehende Bemerkungen. Kein Mut, eigene Kommunikationskanäle zu benennen, um einen objektiven Blick auf den/die Autor/in 'garcia' werfen zu können, jedoch wilde Vermutungen zur angeblich fehlenden Objektivität der offen auftretenden Autoren und Rezensenten.


ich habe keine nennenswerten "kommunikationskanäle". ich bin kein autor in "dem" sinne. vielleicht werde ich ja noch einer. bis jetzt wurden - meistens unter pseudonymen und in einigen, witzigerweise den lukrativsten fällen, ungenannt - etwas mehr als 10 drehbücher von mir verfilmt, in der mehrzahl kurze sachen. immerhin - stolz ist mir auch nicht fremd - durfte ich mit einem oscargewinner arbeiten. trotzdem: ich bin ein schmalspurschreiber und quantitativ in keiner weise mit dir zu vergleichen. meinen namen würdest du nicht kennen und garcia gefällt mir, weil er den poeten federico garcia lorca mit dem fußballer luis garcia verbindet.

Stefan Jahnke hat geschrieben:Jedes Jahr im Weihnachtsgeschäft die gleiche Leier.
Warum?
Neid auf Erfolge von Autoren, die sich bewusst aus dem Verlagskarussell heraushalten?


neid? ach, iwo. ich gönne jedem seinen erfolg. besonders, wenn er/sie es imho auch verdient hat. wenn neid überhaupt je eine rolle in meinem leben gespielt hat, dann weißer, bewundernder. seit gestern nacht zb auf astrid lindgren, mit den gedanken: das möchte ich auch können!
neid auf die, die sich bewusst aus dem verlagskarussell raushalten? ich bitte dich! karussell hat in diesem sinne eine deutlich negative konnotation. ich vermute, dass da u. u. bitterkeit mitschwingt. ist das karussell zu voll? kein platz mehr? du wirst diesen einwand sicher abschmettern, aber ich säße lieber auf einem begehrten karussell als es aus der ferne vielleicht grimmig, vielleicht wehmütig zu betrachten.[/quote]

Stefan Jahnke hat geschrieben:Wie steht der/die Autor/in 'garcia' denn zum völlig kostenlosen und derzeit besonders in USA sehr erfolgreichen Geschäftsmodell von amazon, das gerade auch in Deutschland erste wahrnehmbare Erfolge feiert? Veröffentlichungen in Print und eBook für 0 Euro, hohe Autorenmarge, kleine Buchpreise und sogar Übersetzungsservice für lau. Vermutet er/sie gleich einmal banal, dass dort nur Schund herauskommt? Nun ja, Millionenauflagen in diesem Bereich beweisen, dass dies eine falsche Annahme ist.


das sind für mich bömische dörfer. es könnte sein, dass ich mich auch einmal an ein prosawerk wage. hauptberuflich bin ich übersetzer. deswegen stößt mir "übersetzungsservice für lau" ÄUßERST unangenehm auf! :shock:
schund? keine ahnung. ich gehe vorurteilsfrei an dinge. du leider nicht, denn du vermutest, dass ich vermute. und auch noch banal. touché... not!

allgemein werde ich allerdings den eindruck nicht los, dass alternative publizierungsmodelle aus der not geboren sind. sicherlich gibt es da den einen oder anderen achtungserfolg, aber der lässt sich - so höre ich - selbst in der räudigsten zuschussszene finden. der freund eines freundes ist renommierter literaturagent in meiner stadt. nicht ganz die nr. 1, aber top 3. (und meine stadt ist verdammt groß.) er kriegt täglich manuskripte oder leseproben zugeschickt. er hat mehrere mitarbeiter. 5-10 minuten gibt er einem manuskript/leseprobe, wenn das exposé gefällt. mehr ist nicht machbar. von 100 eingesendeten werken vertritt er im schnitt höchstens zwei. von diesen zweien schafft es dann 1-2 zur veröffentlichung. alle anderen landen dann je nach eitelkeit oder ambition des verfassers irgendwann im zuschuss, selbstverlag oder bod. und niemand nimmt notiz außer oma und vielleicht die frisöse, wenn sie immer nett trinkgeld kriegt. so ist es doch einfach, oder? 80 mio einwohner, 30 mio autoren. deswegen gibt es diese alternativmodelle. das muss kein schund sein, aber es erfüllt eben auch nicht die kriterien des marktes, der ein sensibles system aus kalkulation, anspruch und erwartung ist. das ist das karussell, auf das alle wollen. auch wenn sie es nicht zugeben.[/quote]

Stefan Jahnke hat geschrieben:Der Demand-Autor tritt bekanntlich als Selbstverleger am Markt auf, nutzt also einen Autorendienstleister und kümmert sich selbst um Vertrieb und Verkauf seiner Bücher. Dies geschieht persönlich oder eben klassisch im (Online-)Buchhandel. Damit steht er m. E. sogar noch viel näher an seinem Buch, als der Autor, der sein Werk irgendwann einem Verlag liefert, später erfährt, dass es nun am Markt ist, und dann auch noch die ihm aufdiktierten Lesungen wahrzunehmen hat. Spannend ist es ja gerade, selbst das Buch zu entwerfen und eben nicht aus der Hand zu geben, sondern selbst bis hin zum Print, zum eBook zu begleiten, es dann auch stolz... und nicht in unbedeutender Menge... abzusetzen. Steht er dann auch noch auf einer selbst organisierten Lesung vor einem großen Publikum, ist da weitaus mehr ehrlicher Stolz auf das Werk, als bei vielen angeblich so ‚Bekannten’ in der Branche üblich.
Jedoch scheint der/die Autor/in 'garcia' sich damit gar nicht auseinanderzusetzen, sondern stellt lieber erst einmal recht unhaltbare Behauptungen auf. Schade… für den Buchmarkt und für den/die Autor/in ‚garcia’, jedoch Beweis, dass wir als Demand-Autoren auf dem rechten Wege sind. Weiter so!


mit verlaub, das klingt mir nach noch mehr pfeifen im wald. es klingt fast so, als hättest du dich mit einem nischendasein abgefunden. vielleicht spricht der drehbuchautor aus mir, wenn ich sage, dass man sein werk natürlich aus der hand geben muss. im idealfalle einem fähigen regisseur. und ein buch bedarf imho einer betreuung durch erfahrene lektoren und titelgestalter. das sind leute vom fach. bei meinen langfilmen hatte ich immer einen dramaturgen. absolute profis, den man nichts vormachen kann.
"...aufdiktierte lesungen..." vs. "...selbst organisierten Lesung vor einem großen Publikum..." das klingt arg verbittert. wirklich.

Stefan Jahnke hat geschrieben:Liebe Autoren und Vorbeisurfer... wenn sich jemand scheinbar dermaßen anmaßend und pseudo-anonym in eine Forenrunde hereinschleichen will, hat es wohl etwas mit Markt, Verdrängung und dem eigenen Stolz zu tun, jemandem mal so richtig die Meinung sagen zu wollen, ohne selbst das Visier zu öffnen.


den abschnitt hätt ich nicht gebraucht. ich habe eingangs die frage gestellt: "was treibt euch an?" und dann eine zugegeben harsche kritik an einem euerer werke geäußert. ich bin bewusst nicht offenkundig persönlich geworden, weil ich im rahmen meiner toleranzgrenzen arbeiten an texten würdigen kann. die begriffe markt, verdrängung und eigener stolz spielen bei mir keine rolle. ich weiß, was ich kann und ich weiß, was ich nicht kann. nicht ich, sondern das kritisierte werk erfüllt in vollendung diese mir reingedrückten begriffe.


Stefan Jahnke hat geschrieben:Liebe Grüße aus Dresden
Stefan

liebe grüße zurück. noch einmal: ich bin nicht zum bashen, zanken oder mich-lustig-machen hier. vielleicht kaufe ich mal ein buch von dir. ähnlich wie bei sandra habe ich nichts abschreckendes in den leseproben entdecken können - aber ich füge fairerweise hinzu: auch nichts, was einen unstillbaren durst auslöst. das führt mich zu einer allgemeinen bemerkung: ich stelle - wenigstens im film - fest, dass wir uns dem mittelmäßigsten mittelmaß nähernd. was heute gefeiert wird, ist nicht unbedingt schund, aber so richtig begeistern kann es - mich - auch nicht. vielleicht ist das das wesen unserer zeit. wir freuen uns über filme wie fluch der karibik teil 48 und über bücher wie harry potter. alles okay, aber da gab's weit besseres. das ist lediglich meine persönliche meinung.

Stefan Jahnke hat geschrieben:PS: Der Markt der Demand-Verlage ist groß. Inzwischen überschreitet er bereits die jährlichen Veröffentlichungszahlen der Großverlage.

das verstehe sogar ich laie. aber dass du das als positiven aspekt herausstreichst, kann doch nicht dein ernst sein! ein freund von mir, intelligent und studiert, wollte auch mal ein buch schreiben. hat er auch. und ruckzuck zu bod. er hat den geistigen abstand zu wissen, dass er kein schriftsteller ist. er wollte nur mal "was eigenes in den händen halten". er konnte es sich finanziell leisten. nun ist er glücklich. und wird nicht nachlegen. immerhin hat er - abseits von bekannten - in zwei jahren ein exemplar verkauft. jeder kann, jeder darf. das ist bod. deswegen ist es natürlich größer als die lichtseite des geschäfts.

Stefan Jahnke hat geschrieben: Objektive Betrachtungen führen selten zu etwas. Der Leser wird, auch wenn er Rezensent des Werkes werden mag, stets subjektiv erleben, was er liest.

(bedingter) widerspruch. es gibt objektive kriterien, die zu ignorieren töricht ist. formale dinge (ich rede nicht von absätzen oder rechtsschreibung usw. das sollte eigentlich selbstverständlich sein - aber gerade in dem von mir kritisierten werk war selbst das hanebüchen) wie plotentwicklung, figurengestaltung, formale logik sind durchaus objektiv einschätzbar. natürlich sind leseansprüche unterschiedlich. aber wenn es kuddelmuddel wird, das weder der produktionshelfer noch der chefarzt versteht, dann sind wir im bereich des objektiv messbaren. (es gibt übrigens - wie überall - auch unfähige kritiker. nämlich die, die die objektivität, zu der sie verpflichtet sein sollten, außer acht lassen.)


Stefan Jahnke hat geschrieben:Was ist Gefälligkeit? Wenn ein Großverlag Hunderte Freiexemplare eines neuen Titels an Presse und sonstige Rezensenten verschickt, darum in diversen Onlineportalen noch gar nicht veröffentlichte Bücher bereits Unmengen von ‚Lesermeinungen’ aufweisen? Wohl kaum.
Kennt man jedoch den Autor, seine Gefühlswelt bei und nach der Entstehung des zu rezensierenden Buches, wird man sich in das Werk (fernab vom ‚schnell mal in der Bahnhofsbuchhandlung mitgenommenen Lesestoff’) hineinleben.
Entsteht dann Gefälligkeit? Nein, eher Auseinandersetzung mit etwas, was man lesen, hinterfragen und genießen durfte. Oder sagen wir ‚Das Auto ist Mist’, weil wir es an einen Baum fuhren? Das Auto war meist nicht schuld. Wir waren es, weil wir seine Technik nicht richtig begriffen und darum nicht in der Lage waren, es ordentlich zu steuern…


gefälligkeit? bestimmt mauscheln auch die großen. sie wollen schließlich geld verdienen. was du danach schreibst, ist imho schwach. die allermeisten leser interessieren die befindlichkeiten des autors nicht die bohne. hatte dickens schnupfen, als er schrieb? ist updikes hamster während einer kreativen phase verhungert? völlig wurst, das will niemand wissen, es sei denn, das werk trägt autobiographische züge oder es handelt sich um eine biographie über den autor. dann wird es interessant. so erfahren wir, dass cervantes sklave war, dass goethes vorbild lenz auf den straßen moskaus verhungert ist, poe gesoffen hat, ohne alkohol zu vertragen, twain seine kinder überlebt hat oder vonnegut schwerst depressiv war. abseits davon wollen wir uns in die zauberwelten der autoren fallen lassen, die sie vielleicht als verdrängung kreiert haben.

wenn ich gegen den baum fahre, sage ich natürlich; "scheißkarre!". wahrscheinlich mehrmals. aber auch dieses beispiel hinkt mächtig, wie wir in den 70ern (?) erfahren mussten, als alle nasen lang eine bestimmte flugzeugmarke (hab vergessen, welche) abgestürzt ist.

so, jetzt kann ich nicht mehr. ich werde mich gelegentlich mal wieder bei euch einschleichen, wenn ich noch darf :oops: und wünsche euch allen das, was ihr euch auch wünscht, solange es angenehm ist. im zweifelsfalle erfolg.

euer kollegoider garcia. (ein mann, herr jahnke.)

ps. hoffentlich klappt das mit dem leidigen zitieren. eine falsch gesetzte klammer und schon - na ihr wisst schon, was ich meine.
garcia
 

Re: eine frage

Beitragvon garcia » 28. Nov 2012, 16:28

jetzt haben wir das leidige problem, dass ich - gemächlicher schreiber - mich immer versetzt zu den repliken äußere. nur so viel: frieden und liebe grüße euch zurück. ich antworte später noch mal ausführlicher.
garcia
 

Re: eine frage

Beitragvon Stefan Jahnke » 28. Nov 2012, 16:43

Lustige Antworten... na ja. Vielleicht stimmt meine Vermutung aus meinem ersten Posting im aktuellen Thread doch?
:3f5: :ignore:

LG from DD
Stefan
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Re: eine frage

Beitragvon garcia » 28. Nov 2012, 17:47

Stefan Jahnke hat geschrieben:Lustige Antworten... na ja.


es war mein ziel, möglichst sinnvolle antworten zu geben. sollten die "lustig... na ja" sein, ist das möglicherweise ein unbeabsichtiger nebeneffekt so wie bei dem stets peppig eloquenten wolfgang bosbach (mit dessen rhetorischer brillanz ich mich natürlich nicht messen will).

Stefan Jahnke hat geschrieben:Vielleicht stimmt meine Vermutung aus meinem ersten Posting im aktuellen Thread doch?

welche? alle? hab ich dich nicht ein wenig überzeugen können? nein? das finde ich schade.

Stefan Jahnke hat geschrieben: :3f5: :ignore:

verstehe ich u. u. falsch. doch kein frieden? von meiner seite schon.
[/quote]

alle gute.
garcia
 

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